Ein wenig aus der Geschichte: Karl der Große erfindet Fürth


Eines schönen Tages kam ein kleiner Mann mit großem Gefolge von Frankfurt dahergeritten und wollte weiter nach Osten. Aber da war ein Fluss. "Hilf, oh Allmächdiger!" rief er, leicht dialektgefärbt, in die sanfte waldige Landschaft. Von dem Geschrei wurden einige Bauern jenseits des Flusses aufgeschreckt. Sie rannten, einen Haufen Gänse aufscheuchend, einen Hügel hinab, weil sie schon damals unglaublich neugierig waren. Auf dem anderen Ufer entdeckten sie den kleinen fetten aber gutmütigen Mann mit großem Gefolge.

"Der will nüber," meinte einer der Bauern. "A su a Depp! Siecht der denn unsere Furdd ned?" Und so leiteten sie ihn an der gut sichtbar versandeten Stelle über den Fluss. Der gute Mann mit dem Namen Karl, von Beruf König, war über die spontane Hilfe so dankbar, dass er sogleich eine Kapelle gründen ließ, ein festes Zelt mit Sitzgelegenheit aufstellen ließ - was im damaligen Sprachgebrauch einem Königssitz gleichkam - und den hilfreichen Bauern vormachte, wie man Städte erfindet.

"Euer Statt soll Grosze Fürdt des Groszen Karl genanned werden auf immerdar, da es mich durch Hülf des Allmachdigen führete."

Da die Einheimischen etwas mundfaul waren (und es wahrscheinlich immer noch sind), verkürzten sie das ganze zu: "Allmächdd! Färdd!"

Und da der König sich nicht gerade durch körperliche Größe, sondern durch die Innere auszeichnete, machten es die Fürther genauso: Eine große kleine Stadt.



______________________
Für historische Genauigkeit dieser Schilderung wird keinerlei Gewähr übernommen.